>>Blausteiner Nachrichten Nr. 10<<
12.3.2010

„13 Jahre Anbau genveränderter Nutzpflanzen in den USA: Eine Bilanz”

Dr. Ch. Benbrook, ein früherer Direktor des Landwirtschaftsausschusses der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften, hat im vergangen Jahr untersucht, wie sich der Pestizideinsatz auf Feldern mit gentechnisch veränderten (gv) Nutzpflanzen in den USA seit 1996 entwickelt hat. Das Ergebnis dieser Untersuchung, die sich weitgehend auf die offiziellen Statistiken des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums stützt, sind "beeindruckend": Je Hektar hat der Verbrauch von Glyphosat (Spritzmittel Roundup Ready, RR) auf Maisfeldern im Durchschnitt jedes Jahr um 4,3%, auf Sojafeldern um 9,8% und auf Baumwollfeldern um 18,2% zugenommen, hat sich also im betrachteten Zeitraum bei Baumwolle verdreifacht und bei Soja verdoppelt und ist bei Mais immerhin noch um nahezu 40% gewachsen. Der Grund für diese Entwicklung ist die Ausbildung einer Resistenz gegen Glyphosat in verschiedenen Unkräutern, begünstigt durch die Praxis, das Unkraut nicht mehr unterzupflügen, sondern sich ganz auf das Gift zu verlassen und jedes Jahr die gleiche Frucht anzubauen. Im Baumwollanbau hat sich als besonderes Problem der Palmersche Amaranth entwickelt, dessen Stauden höher als die Baumwollpflanzen wachsen und dessen massive Stengel (bis zu 15 cm Durchmesser) die Erntemaschinen beschädigen. Diese Entwicklung scheint nun auch die Agrokonzerne zu beunruhigen, denn sie bieten den Bauern neuerdings Rabatte an, um ihnen den Kauf zusätzlicher Spritzmittel mit anderem Wirkungsmechanismus zu ermöglichen, darunter "2,4-D", ein Bestandteil des berüchtigten "Agent Orange". Noch schlechter fällt die Bilanz aus, wenn man berücksichtigt, daß sich in der konventionellen Landwirtschaft der Einsatz von Spritzmitteln beispielsweise bei Soja im gleichen Zeitraum halbiert hat!

Warum also wird trotzdem weiterhin fast nur gv-Soja in den USA angebaut? Als ein Grund wird ein Mangel an konventionellem Saatgut genannt. Allerdings hat 2009 die mit gv-Soja bepflanzte Fläche erstmals nicht weiter zugenommen, sondern sich um 1% verringert, und ein etwas deutlicherer Rückgang wird für 2010 erwartet. Unsere Deutsche Landwirtschaft kann diesen Trend unterstützen, indem sie von den Futtermittellieferanten konsequent gentechnikfreies Soja verlangt. Zu Beginn der kommenden Jahreshauptversammlung der BI Wippingen (Donnerstag, 18.3., 20:00, Gasthaus Rössle, Wippingen) wird Landwirt Georg Glöckle aus Langenau-Göttingen über die Situation am gentechnikfreien Futtermittelmarkt berichten.Herr Glöckle wird aufzeigen, daß gentechnikfreie Futtermittel am Markt ausreichend vorhanden sind und daß man ohne Mehrkosten auf gentechnikfreie Fütterung umstellen kann.


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