>>Blausteiner Nachrichten Nr. 24<<
18.6.2010

Auch dieses Jahr wieder: Verunreinigter Mais in Baden-Württemberg ausgesät

Wie schon im letzten Jahr wurde auch heuer wieder vor allem im badischen Landesteil gentechnisch verunreinigter Mais ausgesät. Bei der Verunreinigung handelt es um Körner der der Maislinie NK603 der Firma Monsanto, die in der EU zwar (leider) für die Verfütterung und den Verzehr zugelassen ist, nicht aber für den Anbau. Das Saatgut stammt von einem Saatgutbetrieb in Niedersachsen, der es an zahlreiche Händler in insgesamt sieben Bundesländern geliefert hat, darunter 20 in Baden-Württemberg. Weder die Händler noch die Bauern wußten von der Verunreinigung. Während sich das verunreinigte Saatgut im vergangenen Jahr auf 170 Hektar in drei Landkreisen beschränkte, sind dieses Jahr schätzungsweise 600 bis 700 Hektar in Baden-Württemberg betroffen, verteilt auf viele kleine Parzellen, weswegen die Gefahr der Ausbreitung über Pollenflug besonders groß ist. Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (ABL) hält die Verbreitung des Genmais-Saatgutes für Teil einer systematischen Verunreinigungsstrategie. Bauern und Verbraucher – so der Verband – sollten so an gentechnische Verunreinigungen gewöhnt und dagegen abgestumpft werden. Die ABL hat deshalb angekündigt, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird in den nächsten Tagen anordnen, die betroffenen Felder umzubrechen – sofern sie denn überhaupt alle ermittelt werden können. Der Steuerzahler soll dann erst einmal für den Schaden aufkommen, das fordert zumindest der Badische Landwirtschaftlich Hauptverband mit Argumenten, die teilweise sogar nachvollziehbar sind: Den zahlreichen betroffenen Landwirten könne nicht zugemutet werden, ihre Haftungsansprüche alle einzeln gegenüber der Saatgutfirma geltend zu machen. Vielmehr müsse das Land die Bauern zügig entschädigen und selbst die Ansprüche gegenüber dem Saatgutunternehmen einfordern.

Quellen: BUND, 7.6.2010; Stuttgarter Nachrichten, 11.6.2010; SWR.de, 13.6.2010


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