>>Blausteiner Nachrichten Nr. 45 <<
11.11.2011

Glyphosat - ein Gift geht um die Welt

Auf Einladung des Bündnisses für eine gentechnikfreie Region sprach kürzlich Prof. Don Huber (USA) im überfüllten Saal der AB-Raststätte Seligweiler.

Glyphosat ist das weltweit meistverwendete (Total-)Herbizid, Hauptwirkstoff im Handelsprodukt Roundup und zahlreicher weiterer Unkrautbekämpfungsmittel. Der Großteil gentechnisch veränderter (gv) Kulturpflanzen ist dagegen resistent, sodass sie allein die Spritzungen überleben. Während regierungsamtlich und interessengelenkt die Unbedenklichkeit der Anwendung vertreten wird, berichtete Prof. Huber von einer Vielzahl katastrophalen Wirkungen auf die Bodenorganismen, die Feldfrüchte, die Nutztiere und die Verbraucher –als Ergebnis langjähriger eigener Untersuchungen (an der Purdue Universität in West Lafayette, Bundesstaat Indiana) und der umfangreichen Auswertung sonstiger wissenschaftlicher Literatur.

Ausgehend von einer massiven Schädigung der Boden-Lebewesen behindert Glyphosat eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen, es „zieht den Zündschlüssel aus dem Ernährungsmotor“. Es vermindert markant die Nährstoffaufnahme der Pflanzen, bevorzugt der entscheidenden Mineralien wie z.B. Eisen, Mangan, Calcium, Magnesium. Glyphosatresistente Pflanzen haben generell eine gebremste Wasseraufnahme und sind im Stoffwechsel vielfältig verlangsamt. Die Folgen sind einerseits eine Schwächung der Widerstandskraft gegen Bodenpilze, andererseits fehlen diese Mineralstoffe dann auch den mit diesen Feldfrüchten ernährten Tieren und Menschen. Dazu kommen Rückstände von Glyphosat sowie noch giftigerer Zusatzstoffe und Abbauprodukte.

Etwa 40 Pflanzenkrankheiten haben sich neu zu Problemen entwickelt. Z.B. hat eine „Welke-Krankheit“ riesige Gebiete der USA erfasst, wo glyphosatresistenter gv-Mais mit diesem Gift unkrautfrei gehalten wird; nicht mit Glyphosat behandelte gv-freie Mais Felder dazwischen sind jedoch gesund geblieben. Die Wirkung der gv-Anbautechnik ist auf makabre Weise „nachhaltig“: auch ein nachfolgender gv-freier Anbau erweist sich als beeinträchtigt. Gekoppelt mit hohen Mangan-Defiziten häufen sich in der Viehzucht massiv (um bis zu 50 % ) verminderte Fruchtbarkeit, Totgeburten, Missbildungen, Gelenkentzündungen, Wirbelsäulenverformungen, Entzündungen der Gelenke und des Verdauungstrakts u.a. Bezeichnenderweise verschmähen Mäuse und auch Kühe gv-Futter, wenn sie die freie Wahl haben.
Auch die menschliche Gesundheit scheint auf die Dauer betroffen. Soja-Allergien haben sich enorm gesteigert, entzündliche Darmerkrankungen haben in den USA um 40 % zugenommen. Glyphosat-Rückstände im Körper konnten bereits nachgewiesen werden. Störungen des Hormonhaushalts, der Immunabwehr, Schädigungen der Leber und des Nervensystems zählen offenbar zu den Folgen - und dies schon bei geringsten Konzentrationen. Auf diesem Hintergrund muss es mehr als bedenklich stimmen, dass in Deutschland 70 glyphosathaltige Mittel zugelassen sind, davon unter vollmundiger Bewerbung 41 Mittel für den Kleingarten.

Das Fazit von Prof. Huber: Glyphosat als chemisch einfaches Produkt wirkt umfassend auf das Zusammenspiel der physikalischen und biologischen Faktoren im Gesamtsystem von Umwelt, Pflanzen, Tieren und Menschen. Bei der Einführung der GV-Technik wurden unerlässliche Vorsorgeprinzipien missachtet. Ohne echte „Pilotstudie“ im Vorlauf wurde sie ohne angemessene Kontrollen sofort in breiter Front eingesetzt, sie ist in entscheidenden Kriterien anders als konventionelle Züchtung. Die Endprodukte erweisen sich als nicht beherrschbar.

Eine Film-Doku des gesamten Vortrags ist erhältlich beim Studio alphacam Blaustein, Tel.: 07304-6500, email: kontakt@alphacam-video.de

Startseite
Aktuelles


 

Spendenkonto:
Nr.16 700 007
Volksbank Blaubeuren
BLZ 630 912 00

Spendenbescheinigungen
werden auf Wunsch gerne
ausgestellt