>>Blausteiner Nachrichten Nr. 4 <<
24.1.2014

Transgener Raps als blinder Passagier

Die Schweiz ist eigentlich ein gentechnikfreies Land: Transgener Raps darf weder angebaut noch als Futtermittel eingeführt werden. Doch dem schweizerischen Botaniker Nicola Schoenenberger sind immer wieder an den Bahngleisen Rapspflanzen aufgefallen, die die Herbizideinsätze überlebt hatten. Wie konnte das sein?

Der Biologe besorgte sich einen Schnelltest und stellte fest, dass von 23 untersuchten Rapspflanzen 21 gentechnisch verändert waren – und das in der angeblich gentechnikfreien Schweiz.

Andere Botaniker bestätigten seine Beobachtungen. Doch wie kam der transgene Raps in die Schweiz? Und wie wird man ihn wieder los?

Vermutet wird, dass Getreidelieferungen aus Amerika mit Rapssamen verunreinigt sind. Und die kleinen Rapssamen können beim Transport verlorengehen, sie fallen aus den Güterwagen. Im Bahnschotter haben sie einen Standortvorteil, da herkömmliche Pflanzen durch das Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat (Roundup), das die schweizerische Bahn einsetzt, abgetötet werden. Doch der transgene Raps ist resistent gegen Glyphosat.

Raps ist eine einheimische Pflanze und hat viele verwandte Arten, somit besteht die Möglichkeit der Auskreuzung. Gelangen die Herbizidresistenz-Gene in heimische Wildpflanzen, besteht die Gefahr, dass sie mit herkömmlichen Spritzmitteln nicht mehr kontrolliert werden können.

Dazu kommt, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen auch den Weg auf die Felder finden, ohne dass die Bauern erklären können, woher diese Pflanzen stammen.

Es ist anzunehmen, dass auf diesem Weg transgener Raps auch schon nach Deutschland gefunden hat.

Quelle: Pfeil bayer. Fernsehen


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