>> Blausteiner Nachrichten Nr. 4 <<
23.1.2015

„Wir haben es satt“


Unter diesem Motto startete letzten Samstag in Berlin eine machtvolle Demonstration, konventionelle und Bio-Landwirte, Umweltschützer und Verbraucher gingen für eine grundlegend andere Agrarpolitik auf die Straße. Gefordert wurde eine klare Absage an das EU-USA-Handelsabkommen TTIP, ein wirksamer gesetzlicher Schutz der Land- und Lebensmittelwirtschaft vor der Gentechnik sowie der sofortige Stopp des weiteren Ausbaus von Mega-Ställen.

Georg Janßen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) eröffnete die Auftaktkundgebung mit einer klaren Abgrenzung gegen jede Form von Rassismus und als „Umweltschützer“ getarnten Neonazis. Sybille Keitel von der Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein“ betonte: „In einem System, wo die Zerstörung der Natur Grundlage ist, möchte ich nicht leben“. Weiterhin wurde die ungerechte Verteilung von jährlich über 1 Milliarden Euro Agrarsubventionen zugunsten großer Konzerne kritisiert. Die Folge: Seit dem Jahr 2000 mussten mehr als Dreiviertel der Schweinehalter aufgeben. Gleichzeitig häufen sich die Skandale in den Mega-Mastanlagen: Schweine, Hühner, Puten fristen ein qualvolles Dasein und sind nur durch einen massenhaften Missbrauch von diversen Antibiotika am Leben zu halten. Als Billigfleisch verkauft führt dies zu verheerenden Folgen für die Gesundheit der Verbraucher sowie zur nachhaltigen Schädigungen von Boden- und Grundwasserressourcen.

Im Mittelpunkt der Proteste standen dieses Jahr auch die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA: Transnationale Konzerne können über außerdemokratische Schiedsgerichte unsere Grundwerte und Standards aushebeln, Lebensmittelkennzeichnungen verbieten und Agrogentechnik bei uns durch die Hintertür erzwingen. Die Demonstranten richteten vielfältige Forderungen gegen die Politik der internationalen Agrarindustrie und für eine regionale umweltgerechte Nahrungsmittelproduktion und Landwirtschaft. Auf der Abschlusskundgebung sprachen internationale Gäste - u.a. aus Afrika und den USA - unter der Losung, über Ländergrenzen hinweg den gemeinsamen Kampf gegen die Handelsabkommen zu Gunsten der internationalen Konzerne zu organisieren. „Was wir fordern ist eine globale Ernährungswende im Sinne von Ernährungssouveränität und Agrarökologie.“


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