>> Blausteiner Nachrichten Nr. 30 <<
29.7.2016

„Patent auf konventionelle Lachse“

Das Europäische Patentamt (EPA) plant ein Patent auf Lachse zu erteilen, die mit bestimmten Pflanzen gefüttert werden (EP1965658). Neben den Fischen selbst soll auch das aus ihnen gewonnene Fischöl sowie das besagte Futtermittel, welches unter anderem Nachtkerzen und Borretsch enthält, patentiert werden. Lebensmittel, die aus den Lachsen zubereitet werden, sollen besonders gesund sein, da sie einen erhöhten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren versprechen.

Doch seit wann gelten Tiere als eine Erfindung der Futtermittelindustrie?

Ein kurzer Blick in die Akten des europäischen Patentamts genügt um festzustellen: Eine solche Patentierung von Tieren ist kein Sonderfall! So hat das EPA in den letzten Jahren bereits mehr als 1000 gentechnisch veränderte Labortiere, aber auch einige konventionell gezüchtete Nutztiere patentiert. Erst 2015 wurde beispielsweise ein Patent auf Austern erteilt.

Obwohl Patente auf Pflanzensorten und Tierarten sowie auf die konventionelle Zucht ebendieser im Sinne des europäischen Patentrechts eigentlich untersagt sind, gelingt es dem EPA immer wieder diese Verbote weitgehend zu unterlaufen.

Gegen das nun drohende Patent auf die Lachse möchte die Organisation des Bündnisses „Keine Patente auf Saatgut!“ mithilfe eines Aufrufs zur Protestaktion vorgehen. Falls dies nicht ausreichen sollte, will das Bündnis Einspruch erheben.

Gründe dagegen

  1. Das Patent ist nicht erfinderisch. Es ist bekannt, dass beispielsweise die Milch von Kühen, die auf der Weide gehalten werden, einen höheren Gehalt an diesen Fettsäuren aufweisen. Werden derartige Patente erteilt, können demnächst auch Kühe und Schweine, die auf der Weide gehalten werden, als Erfindung der Industrie patentiert werden.

  2. Das Patent verstößt gegen PfeilArtikel 53b des EPÜ, der Patente auf Tierarten sowie die konventionelle Züchtung von Tieren verbietet. Demnach dürfen Tierarten wie Lachse nicht patentiert werden. Auch die Futtermittel aus konventioneller Züchtung sind nicht patentierbar.

  3. Das Patent widerspricht auch Artikel 53a des EPÜ, das Patente verbietet, die gegen grundlegende ethische Werte verstoßen. Werden Nutztiere patentiert, ist zu befürchten, dass der Tierschutz unter den Profitinteressen der Konzerne leidet, die innerhalb der Laufzeit der Patente maximalen Gewinn mit den Tieren machen wollen.

 


Quelle:Pfeil http://no-patents-on-seeds.org/de/information/aktuelles/tiere-sind-keine-erfindung-futtermittelindustrie


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