>> Blausteiner Nachrichten Nr. 18 <<
5.5.2017

Bundesregierung fördert Gentechnik

Mehr Geld für die Erforschung neuer gentechnischer Züchtungsmethoden: Das unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den nächsten zwei Jahren. Insgesamt sechs Millionen Euro werden der neuen Förderinitiative zukünftig zur Verfügung gestellt. Im Zentrum der Forschung soll das CRISPR/Cas-Verfahren stehen mit dem Gene gezielt eingefügt, entfernt oder ausgeschaltet werden können. Das neuartige Verfahren könnte laut dem BMBF die Entwicklung in der Forschung spürbar beschleunigen und durch seine hohe Präzision zudem sicherer gestalten. Die neue Förderinitiative bringe die "Nutzpflanzen der Zukunft" auf den Weg, gab das BMBF in seiner Pressemitteilung am 24. April bekannt. Optimierte Inhaltsstoffe, höhere Widerstandsfähigkeit und die Garantie von schnellen und nachhaltigen Erfolgen: Die Liste der aufgezählten Vorteile des BMBF ist lang. Auch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka wies den neuen Methoden eine wichtige Rolle zu. Weltweit stehe die Landwirtschaft vor immer größeren Herausforderungen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, erklärte Wanka. „Wir brauchen nicht nur höhere Erträge, sondern vor allem auch robuste Pflanzen“, so die Ministerin. Über mögliche Risiken der gentechnischen Methoden sprach sie nicht.

Doch diese dürfen nicht verschwiegen werden: Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, nahm bei einer Veranstaltung des Bundeslandwirtschaftsministerium zu neuartigen Gentechniken, Stellung zur Anwendung des „Genome Editing“. Er wies darauf hin, dass selbst Mit-Erfinderin des CRISPR/Cas-Verfahrens, Emmanuelle Charpentier, das Verfahren als „mächtiges Werkzeug zur Manipulation des Genoms“, bezeichnete. Es müsse daher eine ausgewogene Debatte über die neue Methode geben, bei der nicht nur die Befürworter zu Wort kommen. Auch die Organisation Testbiotech warnt in einem aktuellen Bericht über Risiken des neuen Verfahrens. Autor Christoph Then schreibt, dass die neue Technologie sehr fehleranfällig sei und es zu ungewollten DNA-Veränderungen im Erbgut kommen könne. „In der Folge könnten die Pflanzen beispielsweise mehr Allergene produzieren, anfälliger für Pflanzenkrankheiten werden oder sich rascher in der Umwelt ausbreiten“, erklärt Then.

Näheres unter

Pfeilhttp://genfoodneindanke.de/2017/04/26/bundesregierung-foerdert-neue-gentechnische-zuechtungsverfahren/

Pfeil https://www.bmbf.de/de/moderne-pflanzen-braucht-die-welt-4107.html

Pfeil https://www.testbiotech.org/sites/default/files/Testbiotech_Neue%20Gentechnikverfahren.pdf

Pfeil http://www.boelw.de/presse/pm/boelw-statement-zum-bmel-dialog-zu-neuartigen-gentechniken/


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