>> Blausteiner Nachrichten Nr. 26 <<
30.6.2017

Unerwünschte Nebenwirkungen der neuen „Genschere“

Die in den letzten Jahren entwickelte „Genschere“ CRIPR/Cras9, die wegen ihrer Billigkeit, Schnelligkeit und vermeintlichen Präzision als aussichtsreiche Methode zu Behandlung von Erbkrankheiten gilt, scheint doch mehr Nebenwirkungen zu haben als bisher vermutet.

Kellie Schaefer und Kollegen berichten in der Zeitschrift „Nature Methods“ von Versuchen an Mäusen, bei denen sie ein Blindheit verursachendes Gen mit Hilfe dieser Methode erfolgreich korrigieren konnten. Die Tiere zeigten nach der Korrektur keine äußerlichen Auffälligkeiten. Jedoch ergab eine vollständige Genom-Analyse der behandelten Tiere, dass die Genschere nicht nur das anvisierte Gen verändert, sondern darüber hinaus über 1500 nicht erwartete Veränderungen einzelner Bausteine des Erbgutes (Punktmutationen) verursacht hat, sowie etwa 100 Löschungen oder Einfügungen größerer Bereiche.

Diese Effekte wurden nicht von den auf Wahrscheinlichkeitsannahmen beruhenden Computer-Algorithmen vorhergesagt, mit denen man bisher versucht, unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen. Die dabei verwandten prädiktiven Algorithmen scheinen zwar vernünftige Ergebnisse zu liefern, wenn mit isolierten Zellen gearbeitet wird, nicht aber wenn mit der Genschere das Erbgut eines lebenden Organismus behandelt wird. Bei derartigen Behandlungen müsse man das gesamte Genom des Organismus untersuchen, um die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Folgen zu minimieren, warnen die Autoren.

Quelle:

Pfeilhttp://newsroom.cumc.columbia.edu/blog/2017/05/30/crispr-gene-editing-can-cause-hundreds-of-unintended-mutations/


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