>> Blausteiner Nachrichten Nr. 37 <<
15.9.2017

Chemiekeule auf dem Kartoffelacker

Früher wurden Entlaubungsmittel im Vietnamkrieg eingesetzt. Heute werden sie von den Bauern kurz vor der Ernte auf die Felder gespritzt, um Kartoffeln zu erzeugen, die den Anforderungen des Marktes genügen. Das giftigste dieser Mittel ist Diquat. Schalenfestigkeit bei Frühkartoffeln und längere Haltbarkeit - das sind Eigenschaften, die sich der Handel von Kartoffeln wünscht, die auf den Äckern in der EU heranwachsen. Das Kontaktherbizid Diquat lässt diese Wünsche wahr werden: Indem es die Photosynthese in der Pflanze blockiert, sterben, ähnlich wie durch Glyphosat, alle oberirdischen Pflanzenteile ab.

Die Kartoffeln reifen lediglich nach. Drei Wochen später können sie geerntet werden. Der Wirkstoff ist in mehreren Herbiziden enthalten und wird, einer Empfehlung der Luxemburger Landwirtschaftskammer zufolge, mehrfach mit mehrtägigem Abstand ausgebracht. Die erste Spritzung erfolgt, wenn die ersten Kartoffeln etwa 6 cm groß sind.

Auf diese Weise landen in Deutschland jedes Jahr etwa 250 Tonnen Diquat auf den Feldern. Gibt es Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit?

Als man in einem Versuch Schweinen Diquat injiziert hatte, wiesen die Tiere Symptome auf, die an die Parkinson'sche Krankheit erinnerten. Wenn es nach einer Spritzung regnet, die Luft sich erwärmt und das Gift über den Wasserdampf am nächsten Morgen über die Ackergrenzen weht und sich in der Umgebung ausbreitet, werde es womöglich auch von den Anwohnern eingeatmet. Der Toxikologe Peter Clausing befürchtet, dass die Aufnahme über Nase und Lunge bei Menschen ähnliche Symptome wie bei den Schweinen hervorrufen könnte.

Quellen:

Pfeil https://www.heise.de/tp/features/Chemiekeule-auf-dem-Kartoffelacker-3813603.html

Pfeil http://www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/189749/index.html


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