>> Blausteiner Nachrichten Nr. 42 <<
20.10.2017

(veröffentlicht in Nr. 43 vom 27.10.)

„Das Genbänkle“


Frei handelbares samenfestes Saatgut in großer Sortenvielfalt
war ursprünglich eine Selbstverständlichkeit. Seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts haben die Agrotechnik-Konzerne mit hoher Energie und enormem Kapitaleinsatz darauf hin gearbeitet, derartiges Saatgut verschwinden zu lassen. Das ist ihnen in hohem Maße gelungen, aber doch keineswegs vollständig. Es gibt noch eine beachtliche Anzahl derartiger Kulturpflanzen-Sorten, doch auch deren Existenz ist inzwischen mehr oder weniger bedroht. Alte und oft seltene Sorten sind kulinarische Schätze und erhalten die biologische Vielfalt. Doch führen sie fast alle nur noch ein Nischen-Dasein und wer sich dafür interessiert muss erst einmal erfahren, welche Sorten es noch gibt und woher man sie beziehen könnte.

Hier will das „Genbänkle“ Hilfestellung leisten für alle, die sich damit beschäftigen wollen ohne die Hartnäckigkeit zu entwickeln wie sie z. B. für die Wiederentdeckung und erneute Markteinführung der legendären Alb-Leisa erforderlich und erfolgreich war. Dieses jetzt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen gestartete Projekt hat sich zum Ziel gesteckt, Initiativen und Organisationen zum Thema „Alte und seltene Gemüsesorten in Baden-Württemberg“ aufzulisten, zu vernetzen und sichtbar zu machen. In einer ersten Phase des Projekts soll eine Liste diesbezüglicher Kontakte in Baden-Württemberg erstellt werden. Sie kann dann als Grundlage für eine Datenbank und ggf. eine Online-Landkarte dienen. Somit soll es interessierten Menschen erleichtert werden, Zugang zu regionalem, samenfestem Saatgut alter und seltener Gemüsesorten zu bekommen. „Genbänkle“-Projektpartner sind die HfWU (Prof. Dr. Roman Lenz), der Alblinsen-Förderverein (Wolde Mammel) und „Die Agronauten“ (Roman Lenz und Dr. Philipp Weckenbrock, Forschungsgesellschaft für nachhaltige regionale Landwirtschaft). Eventuell soll die Datenbank später über Gemüsesorten hinaus auf andere Feldfrüchte ausgeweitet werden.

Aktuell steht die offizielle Vereinsgründung unmittelbar bevor: am 28.10.2017 wird das „Genbänkle e. V. - ein Netzwerk zur Förderung der Kulturpflanzenvielfalt in Ba-Wü“ (Arbeitstitel) aus der Taufe gehoben (in der Aula der Hochschulstudiengänge für Künstlerische Therapien – HKT, Sigmaringer Str. 15, 72622 Nürtingen). Alle Interessierten sind eingeladen. Das wöchentliche Umwelt-Magazin Global im SWR Aktuell Radio berichtete am 17.8.2017 über das Projekt.

Diese Sendung zum Nachhören und alles Weitere zum „Genbänkle“ finden Sie unter

Pfeil www.genbaenkle.de


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