>> Blausteiner Nachrichten Nr. 18 <<
4.5.2018

„Die Welt braucht neue Bauernregeln“

… so eine Überschrift in der Zeit. Ein Symposium der FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) fand in Rom statt. Thema: die zukünftige Ernährung der Welt. Es müssen wieder mehr Menschen hungern, berichtet Jose Graziano da Silva, der Direktor der FAO. Er setzt sich jetzt für einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft ein. Er erklärte die grüne Revolution zum Anachronismus. Die hohen Erträge der chemieabhängigen Züchtungen haben eine dramatische Zerstörung der Lebensgrundlagen hinterlassen. Eine Alternative soll gefunden werden: „Agrarökologie“.

700 Teilnehmer kamen zu diesem Symposium. um über neue Wege nachzudenken. Agrarforscher, Bauern, Hirten, Fischer, Indigene, Naturschützer, Entwicklungshelfer, Vertreter von Frauengruppen und Lokalregierungen. Alles wird in einen Topf geworfen: traditionelles und modernes, spezialisiertes und übergreifendes Wissen in der Vielfalt lokaler Zusammenhänge zu verbinden. So die Essenz der Idee.

Für agrarökologische Netzwerke ist die Bodenpflege. ein wichtiger Punkt, dieser wird geschont und darüber hinaus erneuert werden. Es wurde berichtet, dass Wissenschaftler und Landwirte in Senegal die Wüste wieder furchtbar gemacht haben. Der Sekem-Gründer Ibrahim Abouleish hat dieses in Ägypten ebenfalls geschafft. Solche Netzwerke halfen, z.B. Dorfbewohnern in der Demokratischen Republik Kongo, ohne Hilfe von außen zu überleben. In einigen Ländern wird mit nährstoffreichen Mischkulturen experimentiert.

Schon vor Jahren wurde der Weltagrarbericht herausgegeben. Weltbank und die Vereinten Nationen hatten in einem bisher einmaligen internationalen wissenschaftlichen Prozess, über 400 Expertinnen und Experten aller Kontinente und Fachrichtungen arbeiteten vier Jahre intensiv daran, gemeinsam die folgende Frage zu beantworten: „Wie können wir durch die Schaffung, Verbreitung und Nutzung von landwirtschaftlichem Wissen, Forschung und Technologie Hunger und Armut verringern, ländliche Existenzen verbessern und gerechte, ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Entwicklung fördern?"

Der Titel des Ergebnisberichtes selbst lautet „Landwirtschaft am Scheideweg“: Wir müssen radikal umdenken und umsteuern, wenn wir den enormen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden wollen. Denn die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte sind mit den Methoden der vergangenen nicht zu bewältigen. Er liefert dafür bewusst keine Patentrezepte, sondern warnt eindringlich davor, an solche zu glauben, seien sie technologischer, wirtschaftlicher oder politischer Natur. Stattdessen bietet er eine umfassende Analyse und eine enorme Fülle großer und kleiner Lösungsmöglichkeiten, deren beherzte Umsetzung und jeweils angemessene Kombination uns aus der gegenwärtigen Krise helfen können. Seitdem haben viele Studien die Erfolge der Agrarökologie belegt.

Quellen:
PfeilDie Zeit, 12. April 2018
PfeilWeltagrarbericht


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