>> Blausteiner Nachrichten Nr. 34 <<
24.8.2018

„Millionenschweres Urteil“

Erstmals seit Glyphosat produziert und eingesetzt wird verurteilte kürzlich ein Gericht den Hersteller. Die Geschworenenjury des zuständigen Gerichts in San Francisco / Kalifornien sprach dem an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne Johnson mit 289 Millionen Dollar ein hohes Schmerzensgeld zu. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der Konzern die Krebsrisiken ihres Unkrautvernichters Roundup, in dem Glyphosat enthalten ist, verschleiert hat. Damit habe er sich der Heimtücke schuldig gemacht.

Der erst 46-jährige Dewayne Johnson, der als Hausmeister gearbeitet hat, hat jahrelang Grünflächen mit dem Mittel besprüht. Leider wird er den Kampf gegen die tückische Krankheit voraussichtlich nicht mehr gewinnen können, selbst wenn er das Geld bald bekommt und für die beste Behandlung ausgeben könnte. Mit seiner mutigen Klage und dem gewonnenen Kampf vor Gericht hat er einen bedeutsamen Sieg errungen. Das Unternehmen ist mit Tausenden ähnlichen US-Klagen konfrontiert.

700.000 Tonnen Glyphosat werden pro Jahr weltweit versprüht, allein in Deutschland 6.000 Tonnen. Rund 40 Prozent aller Ackerflächen werden hierzulande behandelt, Hobbygärten, öffentliche Wege und Bahnanlagen. Rückstände findet man in fast der gesamten Umwelt: in Wasser, Boden, in den meisten Lebensmitteln, im Trinkwasser. Glyphosat steht unter anderem im Verdacht, bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems auszulösen. 2015 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur (IACR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Unkrautvernichter als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen ein.

Das Herbizid unterscheidet nicht zwischen Kraut und Unkraut, es schädigt Flora und Fauna nachhaltig. Zusammen mit genmanipuliertem Saatgut, das resistent gegen Glyphosat ist, machen die Agrar-Monopole Riesenprofite, und Bauern werden weltweit abhängig.

Doch dieses Urteil ist auch ein Erfolg des breiten Widerstands, jährlich gehen Millionen Menschen in Nord- und Südamerika, in Asien, Australien, Afrika und Europa gemeinsam auf die Straße gegen die skrupellosen Umweltverbrechen der Agrarkonzerne.


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