>> Blausteiner Nachrichten Nr. 7 <<
15.2.2019

„Mangelnde Kontrolle von Rückständen in genveränderten Feldfrüchten“

Die Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA prüft bisher nicht routinemäßig die möglichen gesundheitsschädlichen Effekte der Rückstände von Herbiziden, die bei herbizidtoleranten Gentechnikpflanzen eingesetzt werden. Bei dem Zulassungsverfahren für neue genveränderte Pflanzen erhalten die Firmen keine Vorgaben, mit welchen Pestizidmengen die Pflanzen behandelt sein müssen. Es gibt daher keine Gewissheit, ob die für die Zulassung durchgeführten Feldversuche die tatsächliche landwirtschaftliche Praxis in Anbauländern wie Brasilien, Argentinien oder den USA widerspiegeln, wo mittlerweile teils extreme Glyphosatmengen auf den Pflanzen landen. Bei Feldversuchen, die für Marktzulassungen in Europa dienen sollen, werde üblicherweise nur sehr geringe Glyphosatmengen verwendet, woraus sich kein realistisches Bild von Spritzmittel-Rückständen und deren Risiken ableiten lässt. In Ländern wie Argentinien dürfen die eingesetzten Herbizide Zusatzstoffe enthalten, die teils um ein Vielfaches giftiger sind als die eigentlichen Wirkstoffe. Im Fall von Glyphosat ist insbesondere die Beimischung der äußerst giftigen Tallowamine bedenklich, die für die intensive Benetzung der Blätter durch das Spritzmittel sorgen. In der EU ist die Verwendung dieser Zusatzstoffe seit Jahren verboten. Durch Importe können sie jedoch nach wie vor in die EU gelangen, was aber bei den Gentechnik-Zulassungsverfahren nicht entsprechend geprüft wird. Das hat auch Folgen für die Aussagekraft der in der EU vorgeschriebenen Fütterungsstudien. Wenn Hersteller bei den Versuchen für die Zulassung nur mit minimalen Mengen von Glyphosat spritzen, bleiben mögliche negative Effekte von hohen Rückstandsmengen mit großer Wahrscheinlichkeit unentdeckt.

Bislang weitgehend unbeachtet von der Europäischen Lebensmittelbehörde sind auch die Rückstände von Herbizidmischungen. Immer mehr gv-Pflanzen sind nicht nur, wie beispielsweise die seit 20 Jahren angebaute RoundupReady-Sojabohne, tolerant gegenüber dem Herbizid Glyphosat, sondern gegen gleich mehrere Spritzmittel. Jüngstes Beispiel sind Sojabohnen, die resistent gegenüber Glyphosat, Glufosinat und Isoxaflutol gemacht wurden. Aus der wissenschaftlichen Literatur weiß man inzwischen, dass Mischungen mehrerer Pestizide und deren Rückstände deutlich giftiger sein können als die Summe der Effekte der einzelnen Wirkstoffe.

Fazit: Da die meisten genveränderte Feldfrüchte zwar in der EU nicht angebaut, viele davon aber eingeführt werden dürfen, sind die Verbraucher sicher gut beraten, wenn sie weiterhin darauf achten, keine Produkte mit genveränderten Bestandteilen zu kaufen.

Quelle: Pfeil Genethischer Informationsdienst GID 247, p 13 ff


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