>> Blausteiner Nachrichten Nr. 19 <<
10.5.2019

„Der große Feldversuch“

Geht konventionelle Landwirtschaft auch ökologisch?

In England testen das Bauern seit zwei Jahrzehnten. Die Hope Farm mit 181 Hektar, war ein normaler Hof mit Rinderhaltung und Ackerbau. Diese Farm wurde im Jahr 2000 von der Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), die mitgliederstärkste Vogelschutzorganisation Europas, erworben. Sie verfolgten beherzt ihr Vorhaben, auch mit konventioneller Landwirtschaft, Lebensraum für die Wildtiere zu sichern und den Betrieb ertragreich zu führen. De Felder wurden weiterhin von konventionellen Farmern bestellt. Durch einige Maßnahmen hat die Artenvielfalt auf den Feldern erheblich zugenommen. Es sind von 2000 bis 2017 sechs Feldvogelarten dazugekommen. 2000 waren es nur noch 10 Feldvogelarten. Die Zahl der Nistplätze ist über das Doppelte angestiegen. Auch konnten sich dort Schmetterlinge wieder vermehren. Sogar einige Paare Rebhühner haben sich wieder angesiedelt.

Wichtig war, dass die Maßnahmen sich in den normalen Betriebsablauf gut einbinden lassen und das die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht gefährdet wird. Für das Ziel Lebensraum und Nahrung für die Wildtiere und Insekten zu sichern wurden folgende Punkte wurden umgesetzt:

  • 4% des Ackerlandes wurden für blühende und Samen tragende Gewächse gesichert als Insektenhabitat und Futter für Feldvögel
  • Einige Feldbereiche wurden zu Brachflächen in denen die Vögel unbehindert leben können
  • Blühstreifen wurden um die Felder gesät
  • Teiche wurden angelegt und Hecken gepflanzt
  • Feldlerchenfenster mitten im Acker, auf dem nichts angebaut wurde
  • Blühstreifen wurden in der Mitte des Feldes angelegt. Große Felder sind für Insekten oft eine Wüste, die sie nicht überbrücken können. Sie benötigen Oasen, die Schutz und Nahrung bieten. Die Kulturen wuchsen so schnell, dass die Farmer mit dem Beikraut keine Probleme hatten

In Deutschland gibt es seit 2017 ein Projekt namens FRANZ (Abkürzung: Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft). Die Umweltstiftung Michael Otto hat es gegründet. Überzeugt durch die Erfolge der Hope Farm, will das Projekt Landwirtschaft und Artenschutz zusammenbringen. Der deutsche Bauernverband und der Umweltverband Nabu wurden mit ins Boot geholt. Es wurden zehn Betriebe ausgewählt, um zu prüfen welche Naturschutzmaßnahmen sich für welche Betriebe eignen. Die Landwirte werden durch Betriebsberater unterstützt. Ein riesiger Hof in Sachsen-Anhalt, ein Milchviehhof im Allgäu, ein Weinbauer in Rheinhessen und ein Schweinemäster im Hohenlohischen sind unter anderen dabei. Maßnahmen werden getestet, die dann auf andere Betriebe übertragbar sind.

Pfeil Info: www.franz-projekt.de
Pfeil Quelle: Die Zeit, Wissen 28.03.2019


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