>> Blausteiner Nachrichten Nr. 48 <<
29.11.2019

„Forschung zu einer Partnerschaft mit der Natur“

Nach dem Millennium Ecosystem Assessment (Studie über den Zustand der sogenannten „Ökosystemdienstleistungen“) der Vereinten Nationen, dessen Ergebnis 2005 veröffentlicht wurde, befindet sich die Erde in einen deutlichen Zustand der Degradation (Verschlechterung der Ökosystemdienstleistungen des Bodens, bis zu deren völligem Verlust).

Ohne die Dienstleistungen der Ökosysteme wie Biodiversität, fruchtbarer Boden, Bestäuber und sauberes Wasser wäre menschliches Leben nicht möglich. Wie können ausreichend Nahrungsmittel angebaut werden und die Ökosysteme gesund erhalten werden? Mit diesem zentralen Thema beschäftigen sich Forschungen auf europäischer Ebene im ökologischen Landbau.

Forschungsfelder sind eine Erhöhung der Produktivität, die auf Folgendem aufbaut:

  • Durch welche Maßnahmen kann die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden
  • Wie können die Artenvielfalt und die Lebensraumqualität verbessert werden
  • Verbreitung der genetischen Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztieren.

Durch solche Lösungsansätze soll die Erhöhung der Produktivität, von der Steigerung energiereicher Hilfstoffe entkoppelt werden.

Teilfragen sind zum Beispiel eine stärkere Nutzung von Leguminosen (Erbsen, Linsen, Bohnen, Soja, Erdnüsse, Kleegras). An den Wurzeln dieser Pflanzen siedeln sich Knöllchenbakterien an. Die haben die Fähigkeit, den Stickstoff aus der Bodenluft zubinden und an die Wurzeln abzugeben. Die Pflanze kann ihren Körper damit aufbauen. Nach der Ernte bleiben die Wurzeln mit den Knöllchen im Boden und steht der Folgekultur zur Verfügung. Dieser Stickstoff hat dem industriellen Stickstoff gegenüber ökologische Vorteile.

Eine Möglichkeit sind die Entwicklung von Agroforstsystemen mit Leguminosen-Bäumen. Durch diese Bäume kann die Biomasseproduktion je Fläche deutlich erhöht werden. Diese liefern Stickstoff und erhöhen den Humusgehalt des Bodens. Der Platzbedarf des Baumstreifens wird durch einen höheren Ertrag ausgeglichen. Auf trockenen Böden sorgen sie für ein vorteilhaftes Mikroklima. Das bringt eine Ertragsstabilisierung der Nahrungspflanzen, die zwischen den Bäumen angebaut wird und entschärft die „Tank oder Teller Debatte“.

Quelle:
Pfeil Felix zu Löwenstein, Food Crash, 2017


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