>> Blausteiner Nachrichten Nr. 35 <<
28.08.2020

„Ist die Kuh ein Klimakiller?“

Ein Argument gegen Kühe eint alle: Kühe emittieren Methan und Methan ist ein klimawirksames Gas, ein 25-fach stärkerer Klimakiller als CO2. Die Kuh wird deswegen oft als so klimaschädlich wie das Auto hingestellt. Auch werden Beweidung und Weidetiere seit Jahrzehnten vollkommen undifferenziert mit Überweidung, mit Verwüstung und mit Hungersnöten in einen Topf geworfen. Unter diesem falschen Negativ-Image leiden in Deutschland neben Kühen auch Schafe und Ziegen. Weidetieren misstrauen viele und so konnte es geschehen, dass es immer weniger solche gibt. Angeblich effektiver als mit Gras und Heu füttert man Kühe heute mit Silomais. Grünland wird vielerorts zu Ackerland für Maismonokulturen umgebrochen.

Es gibt nur wenige Experten, die angesichts dieser Tatsachen Kühe in Schutz nehmen und die längst gezogenen Schlussfolgerungen nicht unreflektiert wiedergeben sondern genauer betrachten.

Aus der intensiven Landwirtschaft wird neben CO2 und Methan nämlich auch N2O - bekannt als Lachgas - klimawirksam. Es entsteht verstärkt als Folge intensiver Bewirtschaftung und Stickstoffdüngung von Äckern. Ein weiterer stets verschwiegener und weitgehend unbekannter Aspekt ist der Humusabbau bei der Umwandlung von Grünland zu Ackerland. Die damit verbundene langfristige Freisetzung großer Mengen an CO2 ist klimarelevant und genauso unwiederbringlich wie bei der Abholzung von Wald.

Weide-Haltung fördert Artenvielfalt. Die Kuh produziert Lebensmittel wie Milch und Fleisch, ohne großen Einsatz von Maschinen. Darüber hinaus leistet das Vieh aber noch viel mehr: Ihre Kuhfladen halten das Ökosystem Grasland intakt. Die Kuh frisst Gras und überführt es in Dünger. So kehren die Pflanzen-Nährstoffe zurück in den Boden. Dort wachsen wieder Pflanzen, sie binden wieder CO2, Phosphor, Stickstoff - und die Kuh hält diesen Kreislauf am Laufen. Hat der Landwirt keine Kuh auf der Weide, muss er teuer produzierten Kunstdünger zukaufen, Herstellung und Transport verursachen wieder CO2.

Die Kuh ist also ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems, die Nährstoffe transformiert und das Gras am Wachsen hält, ganz ohne Maschinen und vollkommen energiesparend: Ihre Bisse und Tritte regen das Gras zum Wachsen an. Abgekaute Wurzeln verrotten in der Erde, so entsteht neuer Humus - ein Paradies für Insekten und Pflanzen. Das Fleisch von der Weide ist qualitativ hochwertiger, denn das Vieh hat mehr Zeit zum Wachsen und ernährt sich gesünder, ohne die Zufütterung von Kraftfutter wie Mais oder Soja.

Quellen und Links zum Thema:
Pfeil BR Video: Ist die Kuh ein Klimakiller? So hilft das Holistic Management beim Klimaschutz
Pfeil BR Kultur: Klimakiller Kuh? Eine Ehrenrettung

Pfeil Anita Idel: „Die Kuh ist kein Klimakiller!“
Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können

Dieses Buch kann auch in unserer Leihbücherei im Wippinger Lädle ausgeliehen werden
Pfeil Anita Idel: Video „Potenziale nachhaltiger Beweidung“
Pfeil Weitere Videos von und mit Anita Idel



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