>> Blausteiner Nachrichten Nr. 38 <<
18.09.2020

„Manipulationen mittels „Genschere“ jetzt nachweisbar“

Bisher haben die Gentechnik-Industrie und einige europäische Behörden den Standpunkt vertreten, dass die Veränderungen von Pflanzen, die mit Hilfe der „Neuen Gentechnik“ (CRISPR-Cas-Genschere, Genomeditierung) erzielt werden, häufig nicht nachweisbar seien. Solche Pflanzensorten seien somit auch nicht nach geltendem EU-Gentechnikrecht regulierbar. Ein neues Nachweisverfahren, das von John Fagan und Mitarbeitern am Health Research Institute in Fairfields/Iowa entwickelt wurde, zeigt, dass diese Behauptungen unsachlich und überzogen sind. Der Nachweis solcher Eingriffe ist wichtig, da neben den beabsichtigten Veränderungen das Genomeditieren auch unbeabsichtigte Veränderungen des Erbgutes bewirkt, die die Sicherheit der Produkte für Mensch und Umwelt beeinträchtigen können. Die langfristigen Gesundheits- und Umweltauswirkungen von genomeditierten Pflanzen sind bisher noch nicht untersucht. Die Entwicklung des Verfahrens wurde privat aus mehreren Quellen finanziert, unter anderem von europäischen und amerikanischen Organisationen, die sich für eine Kennzeichnungspflicht einsetzen, sowie von Greenpeace und dem Sustainability Council of New Zealand.

In den USA wurde die Genomeditierung bisher auf 2 Nutzpflanzen angewandt, darunter eine Rapssorte. Nach dem Urteil des obersten EU-Gerichtes fallen genomeditierte Pflanzen klar unter das EU-Gentechnikrecht. Die Einfuhr dieser Rapssorte ist daher illegal, war bisher aber nicht kontrollierbar. Mit dem neuen Nachweisverfahren kann diese Sorte jetzt aber präzise identifiziert werden. Das Verfahren wurde vom Österreichischen Umweltbundesamt validiert. Es erfüllt alle europäischen Kriterien für Nachweismethoden für gentechnisch veränderte Organismen und kann ab sofort eingesetzt werden. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) und Greenpeace fordern die deutschen Behörden auf, das neue Verfahren unverzüglich in der Lebens- und Futtermittelkontrolle anzuwenden, um eine illegale Kontamination von Importen mit genomeditierten Pflanzen zu verhindern. So könnten Hersteller und Vermarkter auf allen Ebenen – von Imkern über Landwirte, Züchter bis hin zur Futter- und Lebensmittelwirtschaft – ihre Lieferketten von diesen neuartigen gentechnischen Organismen freihalten und die wachsende Nachfrage der Verbraucher(innen) nach gentechnikfreien Lebensmitteln auch langfristig erfüllen.

 

Quelle:
Pfeil ohnegentechnik.org


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