>> Blausteiner Nachrichten Nr. 02 <<
15.1.2021

„NGT (Neue Gentechnik)“

Eine der Erfinderinnen der neuen Gentechnik Jennifer Doudna schreibt in ihrem Buch: Eingriff in die Evolution“ (2019):

„Die Zeiten, in denen das Leben ausschließlich durch die schwerfälligen Kräfte der Evolution geprägt wurde, sind vorüber. Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter, in dem wir die Herren über die genetische Ausstattung allen Lebens und all ihre vielfältigen, lebensprühenden Folgen sind. Schon jetzt ersetzen wir das taube, dumme, blinde System, das über die Erdzeitalter hinweg das genetische Material auf unserem Planeten geformt hat, durch ein System der bewussten, absichtsvollen, von Menschen gelenkten Evolution.” (Seite 251/252))

Bei Eingriffen in das Genom durch die NGT, unterliegt die Regulation und Vererbung der Gene nicht mehr, wie seit Jahrmillionen, evolutionär, in Interaktion mit der Umwelt. Dies wollen GentechnikerInnen nun im Labor designen. Durch die Möglichkeiten der NGT, in die sogenannte „Urzelle“ des Lebens einzugreifen, werden diese Veränderungen weitervererbt. Würden solche mit NGT designten Pflanzen oder Tiere freigesetzt, sind die Auswirkungen auf Ökosysteme und Nahrungsnetzte nicht absehbar. Die feinen Interaktionen, die zwischen Organismen stattfinden und die aufeinander angewiesen sind, können gestört werden. Das Problem: Einmal freigesetzt, kann das Experiment kaum noch gestoppt werden. Auch wenn Schäden an Menschen und Umwelt eintreten, würde es oft keine effektiven Methoden geben, um die Gentechnik-Organismen wieder aus der Umwelt zu entfernen.

Von manchen Wissenschaftlern wird die NGT als Instrument bei der Ernährungssicherheit in Zeiten des Klimawandels gesehen. Aber nur die Veränderung eines Gens ohne die Gesamtproblematik zu beachten ist einseitig. Die Nutzung von gentechnisch verändertem Saatgut fördert zudem ein Agrarsystem, das lokal und über Jahrhunderte gezüchtete Sorten verdrängt. Dadurch gehen große Teile der genetischen Vielfalt verloren, die für die Züchtung lokal angepasster Sorten wichtig ist. Je höher die Vielfalt einer Art, desto besser kann sie sich auf veränderte Umweltbedingungen reagieren.

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) seinen führt in seinem Bericht im August 2019 zum Thema Klima, Landwirtschaft und Ernährung folgende Stellschrauben auf, die einer Änderung bedürfen:

  • Erhaltung von Biodiversität
  • Diversifizierung landwirtschaftlicher Anbausysteme;
  • reduzierte Umwandlung von Grasland zu Ackerland;
  • Agroforstwirtschaft;
  • Bodenschutz;
  • Eindämmung von Entwaldung;
  • Wiederaufforstung und Restaurierung von Wäldern;
  • Restaurierung und Schutz von Mooren und Feuchtgebieten;
  • Ernährungsweise, die mit geringen Treibhausgasemissionen einhergeht.

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