>> Blausteiner Nachrichten Nr. 28 <<
16.7.2021

„Ackernahe Kleingewässer stark mit Pestiziden belastet“

Pestizide, die auf Felder ausgebracht werden, schaden nicht nur den Organismen im Boden, sondern wirken auch auf die aquatischen Ökosysteme ein. Diese sind Teil des Nahrungsnetzes, unterstützen die Selbstreinigung des Wassers und sind essenziell für den Erhalt der Artenvielfalt. Die Pestizide gelangen vor allem bei Regen durch Oberflächenabfluss von den Äckern in die Gewässer.

Ein Forscherteam vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung führte ein zweijähriges Monitoring durch. An mehr als 100 Messstellen an Bächen, die durch überwiegend landwirtschaftlich genutzte Tieflandregionen in zwölf Bundesländern fließen, nahmen sie Proben für Pestizidmessungen. Das Ergebnis ist sehr besorgniserregend, da in über 80 % der Bäche und Flüsse der RAK-Wert überschritten wurde. Der RAK-Wert zeigt die behördlich zugelassene Konzentration eines Pflanzenschutzmittels an. In 18 % der Proben sind Überschreitungen bei bis zu zehn verschiedenen Pestiziden gemessen worden. Bäche und kleine Flüsse in Agrarregionen sind also gleich mit mehreren Pestiziden oberhalb der Grenzwerte belastet. Es zeigte sich auch, dass manche Tiere, z.B. Köcherfliegen und Libellen sehr niedrigen Grenzwerte brauchen, um ihre Art zu erhalten.

Die Wissenschaftler empfehlen, dass die Zulassungskriterien, die schon einige Jahre alt sind und auf einer überholten Risikobewertung beruhen, schnell geändert werden. Es muss auf die Empfindlichkeit der Arten im Ökosystem Rücksicht genommen werden. Nur so kann die Artenvielfalt in unseren Gewässern erhalten werden und damit ihre Leistung, die diese Lebensgemeinschaften für intakte Ökosysteme erbringen.

Quelle:
Pfeil Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Fachartikel: Water Research
Pfeil Natur

 


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